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2. teil der Geschichte:

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Alt 11.11.2007   #1
Tiler39m
 
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2. teil der Geschichte:

weiter gehts:




Harald muss ein Vermögen dafür hingeblättert haben. Aber er lebt eben nach dem Slogan „Solange die Bank Geld hat, habe ich auch Geld“, wobei die beiden nicht gerade am Hungertuch nagen müssen.
Ich ging auf das Haus zu und Harald stand schon in der Tür. Er hatte gleich wieder einen seiner blöden Sprüche drauf. „Sorry, das es so klein und bieder ausgefallen ist. Wir haben auf die schnelle nichts größeres gefunden.“ und lachte dabei. Ich schüttelte den Kopf und sagte „du änderst dich wohl nie.“ „Komm rein. Marie und ich sitzen am Pool.“ sagte er in seinem immerwährenden geschäftlichem Tonfall. Ich kenne ihn eben um ihm das nicht für übel zu nehmen.
Wir gingen durch das Foyer in Richtung Wohnzimmer um auf die große Terrasse zu gelangen und ich merkte schon auf diesem kurzen Weg durch das Haus, das hier Marie kreativ tätig gewesen sein musste. Sie hat einen erlesenen Geschmack und der spiegelte sich hier wieder.
Als Harald mich auf die Terrasse geführt hatte, sprang mir der Pool schon ins Auge. Gewaltig und wahrscheinlich neu angelegt.
„Darling, unser Besuch ist da.“ rief er. Ich schaute einen Moment um auch Marie „Hallo“ zu sagen. Sie war scheinbar nicht hier draussen. „bin oben, komme gleich. Ziehe mir nur schnell etwas passendes an.“ antwortete sie.

Vor Staunen vergaß ich ganz den Wein, den ich Harald mitgebracht hatte. „ich hab dir ein edeles Tröpfchen aus meinem Keller mitgebracht.“ und streckte ihm die Flasche Wein entgegen. „mag deine Frau noch immer Sommerblumen?“ fragte ich ihn. „Wenn auch vieles sich bei Marie spontan ändert, aber die mag sie noch immer.“ antwortete er.

Wir standen eine Weile auf der Terrasse und Harald erzählte mir wie er an dieses Prachtstück von Haus gekommen ist. Ich merkte, dass er sich freute mich zu sehen und mir ein wenig zu erzählen. Mitten im Gespräch hörte ich Maries Stimme. „Hallo Bernd, schön dich mal wieder zu sehen. Du siehst ja gut aus. Wo hast du Barbara gelassen.?
Sie kam auf mich zu und begrüßte mich mit einem dieser Bussi-Gesellschafts-Küsse. Ich mochte das nicht gerade, aber bei ihr machte ich da eine Ausnahme. Marie sah wie immer sehr gut aus. Man merkte, sie genoss das Leben in vollen Zügen. „hat Bernd dir nicht gesagt, das Barbara nicht mitkommt? Sie muss doch morgen wieder das volle Programm in der Klinik absolvieren. Das nächste mal ist sie wieder dabei. Vielleicht besuchst du sie auch einfach mal.“ Marie lächelte mich an und sagte „ja, vielleicht sollte ich das mal machen.“
Sie schaute mich dabei an und sagte zu Harald „musst du heute nicht noch ins Büro um deine Unterlagen für morgen zu sortieren?“ „oh man, ja. Das hätte ich fast vergessen. Danke, Darling.“
Nun schaute Marie zu ihm und meinte „du hast doch nichts dagegen, wenn ich heute Abend mal auf einen Sprung zu Barbara fahre?“ und zwinkerte mir dabei zu, so das es Harald sah. „Nein, warum auch. Vor zwölf werde ich eh nicht zuhause sein.“ antwortete er.
In diesem Moment schaute mich Marie mit einem Blick an, den Man(n) interpretieren könnte, wenn man Marie nicht kennt. Marie ist eine Frau die schon immer gerne neben Harald ganz offensichtlich geflirtet hat und ich wusste es auch zu interpretieren oder manchmal zu kommentieren. Es war ein unausgesprochenes Wort, das wir jeweils den Respekt hatten vor der Beziehung, die jeder von uns hatte.
An einem Abend vor einiger Zeit diskutierten wir darüber, als wir zusammen bei uns zuhause saßen. Harald und ich hatten geschäftlich etwas zu besprechen und Marie unterhielt sich mit meiner Frau. Irgendwann saßen wir gemeinsam zu viert und es kam ein Gespräch über das Fremdgehen in der Ehe oder einer Beziehung auf. Von daher wusste ich, das dies kein Thema sein würde zwischen langjährigen Freunden.

„Was darf ich Dir anbieten, alter Freund?!“ „wenn es dir nichts ausmacht, einen Espresso und ein Glas Tonic.“ Marie ging ins Haus und war wie immer die perfekte Gastgeberin. Ich schaute ihr hinterher als sie die Terrasse verlies um mir den Espresso zu machen. Sie hatte ein luftiges Outfit an und zog einen Duft hinter sich her, den man(n) gerne hat.
Es dauerte nicht lange und Marie brachte mir den Espresso und den Tonic. Wir saßen im Garten und erzählten aus alten Zeiten der Uni. Ich merkte, mir fehlt Barbara in der Runde, die sonst immer dabei war und merkte das ich mich nicht mehr lange bei den beiden aufhalten werde. Wenn ich noch ein paar Stunden mit Barbara alleine verbringen möchte, musste ich langsam fahren, denn heute Abend nimmt sie Marie in Beschlag.

Während der Zeit, die wir im Garten plauschten, fragte ich mich was denn anders ist. Irgendetwas passte nicht in die Situation und machte mich nervös und unsicher. Es war nicht die Tatsache, das Barbara nicht da war...es war da noch etwas anderes.
„Du, Harald...ich muss mal so langsam los. Seit mir nicht böse, aber ich habe Barbara versprochen in spätestens zwei Stunden zurück zu sein.“ Ich sah ihn dabei an, trank noch den letzten Schluck meines Tonic und stand auf. „schade das Du schon wieder fahren musst.“ sagte er. „lass nicht so lange auf dich warten und bringe das nächste mal unbedingt deine Frau wieder mit.“ und gab mir die Hand. Ich drehte mich zu Marie um, um mich auch von Ihr zu verabschieden. Sie lächelte mich an und sagte „schön das Du mal wieder hier warst. Wir sehen uns heute Abend noch.“ Ich hauchte ein verdattertes „Ja“, als wäre ich im Stimmbruch und Harald begleitete mich noch zur Haustür. „Pass mir heute Abend auf Marie auf, wenn Sie kommt.“ rief er mir hinterher „sie ist in letzter Zeit ein wenig durchgeknallt.“ Und zuckte unter einem Lachen mit den Schultern.

Ich stieg in meinen Wagen, schaute mich noch mal um und fuhr los. Unterwegs dachte ich darüber nach ob ich zuhause Barbara einfach auf unsere Situation ansprechen soll. Ich hatte ein wenig Angst vor ihrer Reaktion, denn in letzter Zeit war sie wirklich nicht gesprächig und für Problembewältigung nicht gerade zu haben. Sie hatte viel um die Ohren. Aber darauf durfte ich keine Rücksicht nehmen, wenn mir Barbara wichtig war. Schließlich fühlte ich mich damit unwohl. Sie fehlte mir in letzter Zeit, obwohl sie da war und manchmal fror ich neben ihr, obwohl es Frühjahr war. Es passierte seit einiger Zeit nichts mehr zwischen uns und das Interesse ihrerseits kam nicht auf. Es war nicht einfach meine Sehnsucht darauf einzustellen.
Als ich nachhause kam, war ihr Wagen weg. Sagte sie nicht, sie wollte ein wenig ausspannen und zuhause bleiben? Das passte nicht zu ihr. Ich ging ins Haus und rief nach ihr, denn oftmals hatte sie ihren Wagen einer Freundin geliehen. Aber es kam keine Antwort. Sie war nicht da.
Ich ärgerte mich, das ich zu Harald gefahren bin und nicht schon heute morgen mit Barbara gesprochen habe. Überhaupt ärgerte ich mich, das sie weg gefahren ist ohne ein Wort zu sagen. Das ist absolut nicht ihre Art. Sonst hat sie mich kurz angerufen, wenn sie wusste das sie weg will.
Ich schaute auf mein Handy ob der Akku vielleicht leer ist, denn dann hat sie mich nicht erreichen können. Nein, damit war alles ok. Aber immerhin hätte sie auch bei Harald anrufen können. Ich bekam Frust und fühlte mich im Moment unwohl.

Ich ging in die Küche und holte mir ein Glas Wasser, bevor ich auf die Terrasse ging um nachzudenken. Als ich mich setzte bemerkte ich einen kleinen Zettel. Ich nahm ihn und es war ein Zettel von Ihr.

Sandy hat angerufen. Hat irgendwelche Schwierigkeiten und bat mich doch zu
kommen. Weiß nicht wann ich zurück bin, aber wird nicht allzu spät.

Babs.

Ich suchte das Telefon um sie anzurufen. Als ich ihre Nummer wählte, war die Mailbox dran. Erreichbar war sie scheinbar nicht und von Sandys Nummer hatte ich keinen Schimmer.
Ich merkte wie ich den Versuch streichen musste, den Rest des Tages damit verbringen zu wollen, das wir uns wieder näher kommen würden.
Ich schaute auf die Uhr, es war bereits fast 15.00 Uhr. Ich stellte mein Glas auf den Tisch und ging ins Haus, die Treppe hoch und in mein Arbeitszimmer. Der aufgeräumte Schreibtisch lud dazu ein, mich dort hinzusetzen. Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, legte meine Beine auf den Schreibtisch und sah zur Decke. „Was habe ich falsch gemacht?“, fragte ich mich murmelnd. Ich sah auf das Bild auf meinem Schreibtisch. Es war vor knapp drei Jahren im Urlaub in Norwegen entstanden. Das Bild zeigte uns beide in der Abendsonne vor einem Fjord. Ich stand hinter ihr, meine Arme lagen um ihre Hüften und mein Kopf lag mit dem Kinn auf ihren Schultern. Wir lächelten beide; wir sahen glücklich aus auf diesem Bild.
Leise sprach ich vor mich hin „was war damals anders als heute, das wir glücklich aussahen und es offensichtlich auch waren?“ Es war als würde ich sie das fragen. Ich versuchte den Teil meiner Wahrheit zu suchen.
Ok, ich war in letzter Zeit immer häufiger unterwegs, habe viel Zeit mit Arbeit verbracht. Aber das tat sie auch und ich konnte mir nicht vorstellen das es daran liegen sollte. Wenn ich zuhause war oder wir beide, kamen wir über die Distanz zwischen uns nicht weg. Gut, sicherlich ist Barbara ein wenig mehr zuhause als ich, und folglich dann auch alleine. So saß ich noch eine Weile in meinem Arbeitszimmer und dachte nach.

Mit meinem Nachdenken alleine kam ich nicht weiter und fand auch keine Lösung ohne sie. Mir fehlten die Antworten auf meine Fragen.
Ich beschloss, mich zu duschen. Vielleicht bringt mich das ein wenig auf andere Gedanken und das Wasser braust mir den Kopf frei. Es wird sicher gut sein, wenn ich ein wenig klarer denke bis Barbara zu Hause ist.
Ich ging ins Bad, zog mich aus und rasierte mich vor dem Spiegel. Nachdem ich mir mit eiskaltem Wasser die Reste des Rasierschaumes aus dem Gesicht gewaschen hatte, stützte ich mich mit meinen Armen auf dem Becken ab und schaute in den Spiegel. „Gefalle ich ihr vielleicht nicht mehr?“ kam mir in den Sinn. Ich bin jetzt 43 Jahre und an manchen Stellen bin ich nicht mehr so perfekt wie vor 10 Jahren. „Schwachsinn!“ lenkte ich in meinen Gedanken ein. Warum würde sie mich dann immer noch gerne anschauen, wenn ich ihr nicht gefiel.
Ich nahm das Handtuch, was um meine Taille gebunden war, legte es zur Seite und stieg in die Dusche.
Eine knappe halbe Stunde harrte ich unter der Dusche aus, bevor ich den Hebel schnell ganz nach rechts drehte und mich im selben Augenblick ein Guss eiskaltes Wasser übergoss. Ich merkte wie meine Haut zur Gänsehaut wurde und stellte das Wasser ab.
Nachdem ich mich abgetrocknet hatte und ein paar kleine Schönheitsreparaturen an mir vorgenommen hatte, zog ich mich an. Ich wollte für den Moment nicht mehr nachdenken und mich einfach wohl fühlen. Also suchte ich mir das passende Outfit aus dem Schrank.
Ich schaute auf die Uhr. Fast sieben und Barbara ist noch nicht da. Nochmals versuchte ich sie auf ihrem Handy zu erreichen, aber ich hatte nur wieder ihre Mailbox dran.

Ich setzte mich ins Wohnzimmer, hatte Lust auf ein paar alte Scheiben und suchte mir etwas von Cat Stevens raus. Ich machte es mir bequem und lehnte mich gerade zurück, als es klingelte. „Wer ist das denn jetzt in Gottes Namen?“ säuselte ich vor mich hin. Barbara konnte es nicht sein, denn sie hatte einen Schlüssel. Hatte ich etwas vergessen? Ich erinnerte mich nicht, jemanden zu erwarten.



Tiler39m








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Alt 11.11.2007   #2
gemini.brand
 
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Beiträge: n/a
AW: 2. teil der Geschichte:

Bin gespannt wie es weiter geht. Obwohl sich die Geschichte so in die länge zieht, ist sie trotzdem spannend. Weiter so

Mfg Gemini




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