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Abenteuer am Nil 1b

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Alt 18.11.2008   #1
dabzul
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Abenteuer am Nil 1b

1b (verfaßt von Manuel)
Was war heute bloß los? Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Noch eine solch atemberaubend schöne Frau."Ja, natürlich, bitte. Setzen Sie sich" erwiderte ich. Dabei mußte ich einen verwirrten Eindruck gemacht haben, denn die Schwarzhaarige grinste mich unverhohlen an. Nach einer kurzen Pause fragte sie, indem sie sich nach vorne beugte. Der Einblick in ihr Dekollete, der sich dadurch bot und das süßlich duftende Parfum, raubten mir erneut die Sinne.

"Sie sind wohl ein wenig schüchtern, was?" vernahm ich erneut ihre tiefe, sexy Stimme. Aber schon nach kurzer Zeit wurde ich wieder Herr meiner selbst.

Das ging ja gut los. Aber ich mußte laut loslachen, stellte mich vor, und sie stellte sich ihrerseits als eine Journalistin aus Hamburg vor. Das war also Jeanette. Sie nahm bequem gegenüber Platz und beschloß, mit mir das Mahl zu teilen, und einige Zeit sprachen wir über alles Mögliche, über ihren Journalistenjob, ob sie auch morgen den Ausflug zu den Pyramiden mitmachen würde, ob sie sich auf die Tempel in Luxor und das Tal der Könige sowie auf Abu Simbel vor der sudanesischen Grenze freue.Der Salat war schon aufgegessen, als ich sie fragte, ob sie zum ersten Mal auf dem Nil sei, und sie bejahte.
"Eigentlich wollte ich endlich mal was erleben?" fügte sie noch an.
"Bei den Tempeln, oder was meinen Sie."

Aber sie schüttelte nur den Kopf. "Nein, nicht unbedingt. Mir steht der Sinn mehr nach dem Diesseits, wenn sie verstehen, was ich meine." Und dabei schaute sie mir tief in die Augen und beugte sich soweit vor, daß erneut ein Teil ihres Busens sichtbar wurde. Wie sie mich dabei anblickte - mit ihren schwarzen Augen! Für einen Moment sah ich nicht mehr ihr Gesicht, sondern sie erschien mir wie ein Vamp. Aber von einer Sekunde auf die nächste war alles wieder normal.

Einige Minuten schwiegen wir, während sie an einer Hähnchenkeule knabberte und mich dabei unverhohlen anschaute. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, aber diese Frau machte mich ziemlich an.

Und dann kam es wie ein Pistolenschuß: "Ich will heute abend mit Ihnen ficken!"

Ich zuckte zusammen, drehte mich peinlich berührt um, aber sie lachte nur. "Soll ich es noch lauter sagen? Doch ein wenig schüchtern, was?"

Ich beruhigte mich, nahm aber schnell einen Schluck Wasser, antwortete aber nicht sofort. Wollte sie mich aufziehen, oder war es ihr ernst?

Aber ehe ich antworten konnte, legte sie nach: "Wollen Sie nun, oder soll ich mir jemand anderen besorgen?"

Ich atmete tief durch und sagte zu. Wahnsinn! Was für ein Tag. Erst diese Blonde, und nun diese Schwarze.

"Wen hätten Sie denn statt meiner genommen?" fragte ich sie jetzt etwas provozierend.

"Da sind ja nun wirklich genug auf diesem Schiff. Aber sonst hätte ich da eher an eine Frau gedacht."

"Echt?"

"Ja, ich stehe auch auf Frauen. Die Blonde da hinten würde mir zum Beispiel gefallen."

"Welche Blonde?" Ich drehte mich etwas mühsam um, und da sah ich die Blonde. Nein! Das durfte nicht sein! Und natürlich schautest du zu mir rüber. Ich wußte nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

"Also, bis bald. Meine Kabine ist die Nummer 17. Ich werde Sie erwarten."

Mir blieb nichts anderes übrig, ich lenkte meinen Blick wieder in die Zeitung, aber die Zeilen verschwammen vor meinem Blick. Ich wagte nicht, mich erneut zu dir umzudrehen, obwohl ich nichts lieber getan hätte. Ich spürte deine Blicke in meinem Rücken, und als hätte ich dort Augen, nahm ich wahr, wie du aufstandst und nach draußen schrittst.

Eine Minute höchstens, dann stand ich auch auf. Es war schon dunkel, aber ich sah dich sofort an der Reling stehen. Leicht wehten deine Haare im Wind. Du schautest auf die erleuchtete Kulisse Kairos. Ich stellte mich neben dich, schwieg einen kurzen Moment, aber der erschien mir wie eine Ewigkeit. Dann faßte ich mir ein Herz und flüsterte leise: "Es ist nicht so, wie Sie denken!"

Ruckartig drehtest du deinen Kopf zu mir, und ziemlich von oben herab sagtest du nur zwei Worte: "Ja, ja!" Und das kam so absolut, so herablassend, so meine Situation mit der Schwarzen durchschauend, daß ich mich am liebsten im nächsten Mauseloch verkrochen hätte.

Und dann verschwandst du.

Ich verfluchte diesen Abend. Aber diese Suppe mußte ich nun auslöffeln und ging in Richtung meiner Kabine. Als ich um eine Ecke bog, sah ich dich schon wieder, lebhaft im Gespräch mit einer anderen Frau. Und dieses Mal lächeltest du mich an und warfst mir zuckersüß hinterher: "Viel Spaß!"




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