Sehnsucht

Sehnsucht

Keine Sehnsucht, die lohnt sich nicht bei so einer Frau.

Sehnsucht, die lohnt sich nicht bei so einer Frau.

Wir alle haben es schon einmal erlebt, ein Gefühl, was einen in den Wahnsinn treiben kann. Die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen wurde von Philosophen und Dichtern untersucht und beschrieben. Doch was nützen all die verständnisvollen Worte, wenn man selbst unter diesem starken Gefühl leiden muss. Die Gründe, weshalb man einen Menschen vermissen kann, sind vielfältig. Meist handelt es sich um den Schmerz, wenn man seinen Partner verloren hat, sei es durch den Tod des Partners oder das Ende einer Beziehung. Im letzteren Fall kann die Sehnsucht Betroffene zu den unmöglichsten Versuchen treiben, den ehemaligen Partner wiederzugewinnen. Und all das, um das scheinbar unerträgliche Gefühl der Sehnsucht zu verscheuchen. Es werden Pläne geschmiedet, wie man den geliebten Menschen zurück in die eigenen Arme treiben könnte. Dabei werden schlechte Zeiten und negative Erlebnisse mit dem Ex-Partner ausgeblendet, man schwelgt in goldenen Erinnerungen und quält sich mit Gedanken an diese Person. In manchen Fällen hat die Sehnsucht aber auch ihr Gutes.

Man erkennt, wie wertvoll einem der Partner ist und kann nun die Beziehung, welche vielleicht ins schiefe Fahrwasser geraten ist, wieder in ruhigere Bahnen lenken. Der Wert einer Beziehung wird zuweilen nur in den Momenten großer Wehmut klar, so dass eine kurzzeitige Trennung auch durchaus sinnvoll sein kann. Aber in der Regel bleiben diese Fälle die Ausnahme.

Meist leidet derjenige, welcher verlassen wurde und muss die einzelnen Phasen des Trennungsschmerzes mehr oder weniger tapfer durchlaufen. Ablenkung und ein gesundes Maß an Zerstreuung helfen, die schwierigste Zeit zu überstehen. Mitunter nimmt der Kummer über das Ende einer Beziehung jedoch bedrohliche Ausmaße an, so dass man vielleicht über eine Therapie nachdenken sollte.

Vielleicht berühmtestes Bespiel aus der Weltliteratur ist Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Die Sehnsucht Werthers nach seiner geliebten Lotte, die mit seinem besten Freund verlobt ist, wird so stark, dass er sich letztendlich das Leben nimmt. Trauriger Weise fand dieser „Held“ zu Goethes Lebzeiten viele Nachahmer.

Man sprach von einem regelrechten Werther-Fiber, das die jungen Männer des späten 18. Jahrhunderts reihenweise erfasste. Glücklicherweise sind solche Phänomene selten. Jedoch inspirierten Liebeskummer und Trennungsschmerz die Kunst und Literatur sämtlicher Epochen.

Mitunter kann das Gefühl der Sehnsucht auch berauschend wirken, und zwar gerade weil es so intensiv ist. Nicht umsonst hinterlassen Geschichten ohne Happy End einen tiefen Eindruck. Wer erinnert sich nicht an Kate Winslet, die in „Titanic“ selbst noch im hohen Alter bei den Gedanken an ihre verlorene Liebe ins Schwärmen gerät. Der Spruch „Die schönsten Liebesgeschichten enden immer tragisch“ birgt auf seine eigene Weise eine kleine Wahrheit in sich.

Melancholie und Glück gehören untrennbar zusammen. Und das sollten wir nicht vergessen, wenn wir mal wieder meinen, im Liebeskummer zu ertrinken: Nach der Sehnsucht kommt irgendwann auch wieder die Liebe.



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