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Mitglied
Registriert seit: 28.11.2009
Ort: zurzeit im Fegefeuer....
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AW: Eine kleine Träumerei...!???
So ihr Lieben.....weiter geht´s ;-)
-Part 2-
Vor der Hütte wartete Magda schon auf Severina und lächelte sie an. „Na mein Kind? Hast du es endlich hinter dir?“ Severina stutzte, blieb stehen und schaute die Ältere fragend an. „Warum sprichst du plötzlich mit mir? Vorhin habt ihr doch Alle kein Wort gesagt…?!“ „Da war deine Befragung durch Rufus auch noch nicht beendet. Er hat, als unser Anführer, das Recht als Erstes mit dir zu sprechen und bevor er das nicht getan hat, dürfen wir es nicht tun. Und jetzt komm…ich stelle dir die Anderen vor.“ Magda wandte sich um und ging langsam in Richtung der Feuerstelle, wo die Frauen des Dorfes herumsaßen und sich unterhielten. Severina schüttelte den Kopf. „Zustände wie im Mittelalter hier“, dachte sie noch ungläubig, dann folgte sie Magda und lernte die restlichen Frauen kennen, die sie freundlich und herzlich in ihrer Runde aufnahmen.
An den darauffolgenden Tagen versuchte Severina immer wieder mit Rufus ins Gespräch zu kommen, denn ihr brannte die Frage auf der Seele, wie sie von dieser Insel wegkommen sollte….zurück nach Hause….zurück in ihr wahres Leben, doch er wimmelte sie ab oder war tagelang verschwunden.
In einer der Frauen, die Olga hieß, fand sie eine echte Freundin….eine Vertraute mit der sie ihre tiefsten Gedanken teilen konnte, die immer ein offenes Ohr für sie hatte und immer wusste wann sie in den Arm genommen oder in Ruhe gelassen werden wollte. Olga sagte eines Tages: „Du wirst nicht mehr von hier wegkommen. Keiner, der je hier ankam, hat uns später wieder verlassen. Hör auf zu versuchen etwas anderes von Rufus zu hören. Dein Leben findet jetzt hier statt…hier….und nirgendwo anders.“ „Aber Olga“, begehrte Severina auf. „Das geht doch nicht! Ich habe einen Job…ich habe Freunde…ich habe Familie….es gibt Menschen die sich um mich sorgen.“ Olga legte ihre Hand auf Severinas Arm. „Sie werden denken, dass du bei dem Unglück um´s Leben gekommen bist. Das ist zwar kein schöner Gedanke für dich, aber so weißt du wenigstens, das dich Niemand vermissen wird, wenn ihre Tränen erstmal getrocknet sind.“ Severina schluchzte leise. „Das kannst du nicht ernst meinen…sie trauern um mich? Aber ich bin doch am Leben.“ „Für sie nicht mehr“, erwiderte Olga noch, dann wandte sie sich um und ging auf die seichte Stelle im Fluss zu, an der die Frauen die Wäsche wuschen.
Severina fand in dieser Nacht keinen Schlaf, warf sich unruhig von einer Seite auf die andere und weinte stundenlang leise vor sich hin. Im Morgengrauen stand sie auf, zog sich an, trat vor ihre kleine Hütte und beobachtete das hinreißende Farbenspiel, das die aufgehende Sonne an den Himmel malte. Sie war davon jedoch vollkommen unbeeindruckt, denn in ihrem Herzen waren dunkle Wolken aufgezogen und ein dumpfes Gefühl der Einsamkeit hatte von ihr Besitz ergriffen.
Olga tat in den folgenden Tagen ihr Bestes, um Severina aus der Stille und Lethargie zu reißen, in die sie sich gehüllt hatte, versuchte sie mit kleinen Geschichten abzulenken, bezog sie in die anfallende Arbeit mit ein, redete stundenlang auf sie ein und schrie sie schließlich an, als sie sich nicht mehr zu helfen wusste. All das konnte Severina nicht die kleinste Reaktion entlocken….alle Versuche und Worte der Freundin prallten von ihr ab und sie versank immer tiefer in Schweigen.
Es vergingen Tage, Wochen, vielleicht sogar Monate ohne dass sich etwas an ihrem Zustand änderte.
Bis zu einem Tag, der mit strömendem Regen begann und an dem es erst am Mittag hell wurde. Mühsam quälte sich sie Sonne durch die dichten grauen Wolken, schaffte es jedoch nicht sie ganz beiseite zu schieben und ein kühler Wind pfiff um die Hütten herum.
Die Frauen kamen nur zögerlich zur Feuerstelle, doch was blieb ihnen anderes übrig? Die Männer waren auf der Jagd und würden Hunger haben wenn sie zurückkehrten und es würde riesiges Theater geben, wenn nichts zu essen fertig wäre. Seufzend und missmutig machten sie sich an die Arbeit und hüllten sich in warme Gewänder, um wenigstens vor dem Wind sicher zu sein, der immer mehr auffrischte.
Severina war dran den Reis zu kochen und ihre Hände zitterten, als sie ihn ins Wasser rieseln ließ. Von einer Sekunde auf die andere überkam sie eine seltsame Unruhe. Irgendwie kam ihr das Gefühl bekannt vor und sie fragte sich, wann sie es schon mal empfunden hatte. Sie dachte noch darüber nach, als sie aufstand, um noch mehr Reis aus der Vorratshütte zu holen, drehte sich herum und prallte im nächsten Moment schon zurück, denn da waren sie wieder…diese Augen….diese sanften braunen Augen, die sie bis in ihre Träume verfolgt hatten. Im nächsten Moment war ihr Mund trocken….auch der kleinste Rest Spucke war verschwunden und sie schluckte schwer. Ihr Blick klebte an diesen Augen, ihr Herz hämmerte zum Zerspringen, ihre Knie drohten nachzugeben und der Wind, der sie hatte frieren lassen war vergessen, denn ihr war ganz plötzlich warm….beinahe schon heiß. So nah wie jetzt war sie dem Mann, der auch ihren Blick fixierte, bei der ersten Begegnung nicht gekommen. „Hallo“, presste sie mühsam hervor. Sie realisierte ein kleines Zucken um die Mundwinkel des Mannes herum, dann zwinkerte er ihr wortlos zu, wandte sich ab und ging zu den anderen Männern, die jetzt auch im Dorf angekommen waren. Severina sah ihm noch eine Weile nach, dann drehte sie sich zu Olga um, die das Geschehen aus den Augenwinkeln verfolgt hatte. „Kannst du mir eben in der Vorratshütte helfen? Ich schaffe das nicht allein!“ Olga nickte und erhob sich, denn sie hatte sofort begriffen, das Severina diese Frage nur stellte, um alleine mit ihr sprechen zu können. Die anderen Frauen waren so in die Arbeit vertieft, dass sie nichts bemerkt hatten.
Olga und Severina betraten die Hütte mit den Vorräten und Severina, die vorne weg gegangen war, drehte sich auf dem Absatz um. „Wer war das?“, fragte sie und bekam ihre zitternde Stimme kaum unter Kontrolle. Olga lächelte und genoss es sie noch einen Moment lang zappeln zu lassen, bevor sie sagte: „Das meine liebe Severina…war Godric.“ „Godric?“, vergewisserte sich Severina und Olga nickte nur. „Dieser Godric….er lebt nicht hier im Dorf oder? Ich meine….ich hab ihn nur ein einziges Mal gesehen bisher….bei der Befragung durch Rufus an meinem ersten Tag hier.“ „Nein, er lebt nicht ständig hier. Eigentlich weiß niemand so genau wo er eigentlich lebt. Es heißt er käme von weit her. Rufus nimmt seine Dienste beim Fischen in Anspruch, denn Godric ist der erfolgreichste Fischer weit und breit….wenn nicht sogar auf der ganzen Insel.“ „Kennst du ihn näher? Weißt du sonst noch was über ihn?“ Olga schüttelte bedauernd den Kopf. „Nein, da kann ich dir leider nicht weiter helfen….du wirst dich selbst bemühen müssen Antworten zu bekommen.“ „Ist das erlaubt?“, erkundigte sich Severina jetzt ganz vorsichtig und hatte ihre Stimme gesenkt. „WAS?“, fragte Olga. „Mit den Männern zu sprechen?“ Sie lachte herzlich. „Natürlich ist das erlaubt. Wer sollte es verbieten? Rufus vielleicht? Der hat das Recht zur ersten Befragung von Fremdlingen, aber wenn die vorbei ist, dann kannst du tun und lassen was auch immer du willst….und wenn ich dich so anschaue meine Liebe, dann kann ich mir vorstellen, was du gern willst?!“ Sie grinste frech und Severina senkte errötend den Blick. „Ach Unsinn“, versuchte sie zu vertuschen, dass Olga den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. „Ich kenne ihn doch gar nicht und weiß nicht mal, ob er sich überhaupt mit mir abgeben würde.“ „DAS wirst du erst dann wissen, wenn du es probiert hast. Wer nicht wagt Liebes….der nicht gewinnt.“ Kichernd drehte Olga sich um und ging wieder zurück an ihren Platz. Unschlüssig stand Severina eine Weile nur da und starrte auf den Lehmboden unter ihren Füßen. Das Kribbeln in ihrer Magengegend war noch angewachsen und sie verspürte wirklich einen Hauch von Lust wenn sie an die traurigen Augen und den Körper von Godric dachte, der sie sicherlich mit Zärtlichkeit überschütten würde, wenn sie ihm erst näher gekommen war. „Mal sehen was der Tag heut noch bringt“, dachte sie beschwingt, füllte ihren Topf mit Reiskörnern und pfiff leise vor sich hin, als sie die Hütte verließ.
Beim Essen versammelte sich an diesem Abend die ganze Dorfgemeinschaft, um die erfolgreiche Jagd zu feiern. Severina hatte es so eingerichtet, dass sie genau im Blickwinkel von Godric saß und schaffte es seine Aufmerksamkeit zu erregen. Zufrieden lächelnd registrierte sie, dass er sie kaum einen Augenblick aus den Augen ließ und als sie sich nach dem Essen erhob und verkündete, dass sie einen Spaziergang unternehmen wollte, stand auch er auf, um sich die Beine zu vertreten, wie er sagte.
Severina lief los und bemerkte, dass Godric eine andere Richtung einschlug. Enttäuschung machte sich in ihr breit und sie ließ die Schultern hängen, während sie über verschlungene Pfade durch den Palmenhain trottete. Nach etwa einer Dreiviertelstunde lüftete sich die dichte Bewachsung, sie trat aus dem Hain heraus und stand an einem Strand, der ihr merkwürdig bekannt vorkam. Severina schaute sich um und erkannte den Strand an dem sie damals in der Nacht des Unterganges der Yacht angekommen war. „Wie lange das wohl schon zurück liegt?“, überlegte sie und strich vorsichtig mit der Spitze ihres Schuhs durch den feinen Sand.
Sie war noch völlig in ihre Gedanken versunken, als sie plötzlich Hände auf ihren Schultern spürte und im nächsten Moment eine tiefe, samtig hauchende Stimme an ihrem Ohr vernahm. „Dieser Ort steckt voller Magie….findest du nicht?“ Severina musste sich nicht umdrehen….sie wusste instinktiv, das diese Stimme nur zu dem Mann gehören konnte, der die dazu passenden Augen sein eigen nannte. Ihre Beine drohten nachzugeben und sie ergab sich dem Zwang sich an seine Brust zu lehnen, um nicht umzufallen. „Komm mit“, sagte er in der nächsten Sekunde und führte, die am ganzen Leib zitternde, Severina zu einem Fleckchen in einer Bucht, das so voller Schönheit war, das es ihr den Atem gänzlich verschlug. Godric ließ sich in den warmen Sand fallen und zog sie ganz behutsam zu sich herunter, um sie mit seinen Armen fest zu umschließen. Severinas Herz klopfte in einem wilden Takt, in ihrem Magen flatterte ein ganzer Schwarm Schmetterlinge und doch fühlte sie sich wie magisch zu ihm hingezogen und empfand in seiner Nähe und seinem entschlossenen Griff tiefe Ruhe und das Gefühl nach Hause gekommen zu sein. Sie bettete ihren Kopf an seine Schulter und starrte schweigend auf den Ozean. „Ich habe es sofort gespürt“, sagte Godric mit gesenkter, leiser und leicht zitternder Stimme. „Zwischen uns Beiden ist irgendetwas, das uns verbindet und ich möchte gern herausfinden, was es ist. Bist du einverstanden?“ Severina war nicht im Stande klare Worte zu artikulieren, sondern nickte nur. Godric fing an zu erzählen…
„Ich habe in den vergangenen Monaten alles verloren, was mir jemals lieb und teuer war. Meine Familie ist in kürzester Zeit um´s Leben gekommen und meine Partnerin, die ich aus tiefstem Herzen geliebt habe, hat sich mit einem anderen Mann aus dem Staub gemacht und hat mir einen Scherbenhaufen hinterlassen. Mehr als einmal habe ich darüber nachgedacht meinem Leben ein Ende zu setzen, doch zum Einen fehlte mir der Mut und zum Anderen hatte ich noch immer den winzigen Funken Hoffnung in meinem Herzen, das ich eines Tages wieder einer Frau begegnen werde, für die sich das Leben lohnt. Halt mich für verrückt, aber ich glaube ich halte genau diese Frau jetzt in meinen Armen.“ Er schwieg. „Ich halte dich nicht für verrückt“, erwiderte Severina nach einer Weile und Godric lächelte, denn genau so hatte er sich ihre Stimme vorgestellt. Sie klang weich und süß und ihre wenigen Worte nisteten sich in seinem Herzen ein und schlugen Wurzeln. „Auch ich habe alles verloren.“ Severina erzählte ihm die Geschichte der Nacht, in der sie auf diese Insel gekommen war und schloss ihren Bericht mit den Worten: „….doch deine Augen….dein sanfter, trauriger, aber durchdringender Blick hat mich wissen lassen, das wir zueinander gehören.“ „Schön das du es auch so siehst“, flüsterte Godric, griff sachte unter ihr Kinn, drehte ihren Kopf in seine Richtung und die Blicke der Beiden trafen sich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor sie ihre Augen schlossen und in einen langen zärtlichen Kuss versanken, der die Zeit stillstehen ließ…..
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