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Registriert seit: 28.11.2009
Ort: zurzeit im Fegefeuer....
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Eine kleine Träumerei...!???
Durch eine ganz unerwartete Inspiration (wo die nur herkam*gg*) auch mal von mir der Versuch einer Geschichte....bei Gefallen geht sie auch weiter *versprech*
Für´s erste wünsche ich mal Allen...möglichst viel Spass beim Lesen
Wie ein eisiger Windstoß umschloss das Wasser ihren Körper. In Sekundenschnelle wurde sie von Taubheit, die ihre Beine und Arme lähmte, erfasst und drohte zu versinken. Immer weiter glitt sie in die Tiefe, doch als sich die Wasseroberfläche über ihrem Kopf schloss, ihre Lungen brannten, weil ihnen der Sauerstoff verwehrt blieb und sie durch die immer schwärzere Nacht noch tiefer zu sinken drohte, erwachte der Überlebenswille und sie begann gegen den Sog der Gleichgültigkeit anzukämpfen. Das Brennen ihrer Lungen mutierte zu krampfartigen Schmerzen…ihre Kleider, die sich mit Wasser vollgesogen hatten, ließen ihr kaum Bewegungsfreiheit und fühlten sich an, als wären sie aus Blei, doch der Funke des Lebens….die unbändige Macht atmen zu wollen…der Wille sich nicht der Naturgewalt opfern zu wollen….all das ließ sie Kraft finden, sie schaffte kräftige Züge und erreichte nach einer Weile, die ihr wie eine winzige Ewigkeit vorgekommen war, die Wasseroberfläche und durchbrach sie, um in der selben Sekunde den rettenden Sauerstoff in ihre Lungen zu ziehen, die sich nur ganz allmählich entspannten.
Ihre langen blonden Haare klebten in ihrem Gesicht….sie wischte sie mit einer energischen Bewegung zur Seite um freie Sicht zu haben und sich zu orientieren. Zuerst sah sie nichts….nichts als Wasser….Wasser soweit das Auge reichte…..und nur der Mond warf silbrige Strahlen auf den sanft und friedlich dahinplätschernden Teppich. Sie zwang sich dazu genauer zu schauen und strengte den Blick an….schärfte ihn und drehte sich langsam und bedächtig um ihre eigene Achse. DA! War dort etwas? Sie schaute genauer, glaubte sich getäuscht zu haben, wollte sich schon abwenden, doch ihr Blick blieb an der Stelle haften. Sie fing an Schwimmzüge zu machen, ignorierte die Schmerzen ihres Körpers, ignorierte das eisige Wasser und starrte nur auf den Punkt, den sie fixierte, um ihn ja nicht wieder aus den Augen zu verlieren.
Nach etwa 250 Metern hielt sie inne, legte den Kopf schief und ihr Herz fing freudig an zu pochen, als sie begriff, dass es keine Sinnestäuschung gewesen war…
Schwärzer als der sowieso schon schwarze Nachthimmel hob sie sich vom Horizont ab….mächtig wie ein Felsbrocken….Schutzbietend wie ein sicherer Hort…eine Insel. Sie vergaß die Schmerzen, sie verdrängte das Taubheitsgefühl, wie durch eine überwältigende Macht angezogen schwamm sie auf die Insel zu….sie nicht aus den Augen lassend….mit immer kräftigeren Zügen….immer näher kommend….spürte sie schon bald Boden unter ihren Füßen, überwand die letzten Meter stürzte aus dem Wasser, sank auf die Knie und ließ sich in den weichen Sand fallen, der sie aufnahm und bettete wie das herrlichste Bett, das nur aus Wolken gemacht sein konnte…
Auf dem Rücken liegend schnappte sie nach Luft….in wildem Rhythmus hob und senkte sich ihr Brustkorb, ihre Brustwarzen, die von der Kälte hochaufgerichtet waren, zeichneten sich deutlich unter dem Stoff ihres Kleides ab, das wie eine zweite Haut an ihrem Körper klebte. Sie starrte in den Himmel, der so voller Sterne hing, wie sie es noch nie erlebt hatte.
Mit jedem Pulsschlag, der ihre Adern mit Blut versorgte und jedem Atemzug, der ihre Lungen aufhören ließ zu schmerzen, füllte sich ihr Geist, der so leer und schwarz gewesen war wie diese Nacht und die Bilder kamen zurück und lösten eine tiefe Trauer und Leere in ihr aus.
Sie hatte plötzlich wieder den Geruch des Feuers in der Nase, die Schreie derer, die ihm zum Opfer fielen, den Anblick der Yacht, die so anmutig wie sie es in dieser Sekunde noch sein konnte, mit einem leisen Plätschern in den Tiefen des Ozeans versunken war….und dann….war da nichts mehr….. Der Kampf, den sie um ihr Leben gekämpft hatte war ausgelöscht…..eine Ruhe erfüllte sie und während Tränen über ihre Wangen kullerten umspielte doch ein Lächeln ihre Mundwinkel. Sie hatte es geschafft….sie lebte….mit dieser Gewissheit fielen ihre Augen zu und sie sank herüber in den Schlaf, den sie dringend brauchte, um auch die letzten Lebensgeister noch zu regenerieren.
Warme Sonnenstrahlen kitzelten sie an der Nase, heizten ihren geschundenen Körper auf und ließen sie erwachen. Zaghaft blinzelte sie, setzte sich dann auf und schaute sich um. Der Anblick, der sich ihr bot, verschlug ihr für einen Moment lang den Atem. Sie saß an einem Strand wie sie einen schöneren noch nie gesehen hatte. Der Ozean lag vor ihr, das Sonnenlicht ließ die Spitzen der weichen Wellen, die sanft an den Strand gespült wurden glitzern wie Millionen Diamanten…der Sand war weißer als jeder andere auf der Welt und hinter ihr standen dichtgewachsene Palmen, die sich leise in einer frischen Brise wiegten.
Die Faszination des Anblicks hielt einige Minuten lang an, dann wurde sie verdrängt…..verdrängt von der Realität….verdrängt von den dunklen Bildern der vergangenen Nacht….verdrängt von dem Schock des Erlebten….verdrängt von der Leere und Trauer, die sie erschüttert hatte. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper und sie schlang die Arme um ihre angezogenen Beine, als sie anfing zu frösteln. Eine Zeitlang gab sie sich diesem Gefühl hin, doch dann wurde es überschattet von einem anderen. Einem Gefühl, das ihr Herz schneller schlagen ließ und einem Gedanken, der durch ihren Kopf kreiste. „Was sollte sie tun? Wo sollte sie hin? Gab es Menschen hier? Wenn ja…würden sie freundlich zu ihr sein? Wie sollte sie von hier wegkommen?“ Mitten in ihre Überlegungen hinein hörte sie ein Geräusch. Es war ein lautes Knacken, das ihr vor Schreck das Blut in den Adern gefrieren ließ. Sie warf den Kopf herum und spürte einen dicken Kloss in ihrem Hals, den sie auch trotz größter Anstrengung nicht runterschlucken konnte. Hektisch suchte sie mit ihrem Blick die wenigen Lücken ab, die zwischen den Palmen waren und fing heftig an zu zittern, als sie eine Bewegung wahrnahm und im nächsten Augenblich 2 Männer sah, die zwischen den dichten Gewächsen hervortraten, auf sie zeigten und miteinander tuschelten. Sie konnte ihre Augen nicht abwenden, versuchte die Blöße, die ihr zerrissenes Kleid freigab so gut es ging zu bedecken und beschloss abzuwarten und darauf zu hoffen, das alles gut werden würde. Nach einer Weile hörte sie die Männer rufen und es kamen noch mehr Männer und starrten sie an. Es sah so aus als berieten sie sich kurz, dann kamen sie Alle langsam, aber mit festen Schritten auf sie zu. Ihr Mund füllte sich mit Speichel, denn sie krampfhaft runterschluckte und aus Furcht stellten sich ihre Nackenhaare auf. Die Gruppe hatte sie erreicht und einer der Männer, der größte von ihnen, hielt ihr seine Hand hin. Sekundenlang zögerte sie, streckte dann jedoch ihre Hand aus, die leise bebte und legte sie in die raue, wenn auch warme, Hand des Mannes, der ihre eiskalte mit festem Griff umschloss und sie mit einem kräftigen Ruck auf die Füße zog. Ihre Knie zitterten und sie senkte den Blick. Sie wagte nicht auch nur einen der Männer anzusehen und brachte keinen einzigen Laut über ihre zitternden Lippen. Wie durch Watte und von weit her hörte sie undeutliche Laute, riss sich zusammen, hob den Blick, schaute dem Mann der direkt vor ihr stand fest in die Augen, sah, das sich seine Lippen bewegten und verstand jetzt auch die Worte. Er fragte: „Dein Name?“ „Severina“, antwortete sie, doch ihre Stimme zitterte und war so flach, das der Wind das Wort über das Meer davon trug. „WAS?“ wiederholte der Mann seine Frage. „Ich kann dich nicht verstehen!“ „SEVERINA!“, sagte sie nun laut und deutlich und der Mann nickte. „Mein Name ist Rufus. Das sind meine Freunde und wir werden dich in unser Dorf bringen, damit sich um dich gekümmert wird.“ Severina zögerte einen Moment lang, gab dann jedoch dem sanften Zug von seiner Hand nach und folgte ihm auf wackeligen Knien.
Die anderen 4 Männer gingen hinter den Beiden her, doch keiner von ihnen sprach auch nur ein einziges Wort.
Schweigend durchquerten die Sechs den Palmenhain und befanden sich auf einem Hügel an dessen Fuß ein Dorf aus einfachen Lehmhütten lag. In der Mitte der Hütten lag ein kleiner Platz in dessen Zentrum ein Feuer brannte und einige Frauen saßen um die Feuerstelle herum….so wie es aussah….voll und ganz damit beschäftigt etwas zum Essen vorzubereiten. Ein paar Kinder spielten zwischen den Hütten und rannten durch die verschlungenen Gänge des Dorfes. Eine friedlich….anheimelnd wirkende Stimmung lag über diesem Ort und Severina entspannte sich mit jedem Schritt, den Rufus sie einen Pfad herunter führte, der genau in dem Dorf endete.
Die 4 Begleiter überholten die Beiden und liefen mit eiligen Schritten voraus. Sie kündigten das Erscheinen an und gaben den Frauen Anweisungen für trockene Kleider und etwas heißem zu trinken zu sorgen. Drei der Frauen kümmerten sich darum und zwei Andere kamen Severina und Rufus entgegen, um das Findelkind in Empfang zu nehmen. „Du bist jetzt in Sicherheit“, sagte Rufus und zwinkerte Severina aufmunternd zu, bevor er ihre Hand in die einer der Frauen legte, die sich sogleich als Magda vorstellte. „Danke“, erwiderte Severina leise, doch Rufus hatte sich bereits abgewendet und war auf dem Weg zur größten der Hütten, in die er im nächsten Moment verschwand.
Severina schaute ihm kurz nach, dann schloss sie sich den drei Frauen an, die sie in eine kleine aber peinlich saubere, Hütte führten. Dort gaben sie ihr saubere, trockene Kleider und sie kümmerten sich darum, dass ihre langen Haare gebürstet wurden und seidig glänzend über ihre Schultern fielen. Severina versuchte immer wieder mit den Frauen ins Gespräch zu kommen, doch sie schüttelten nur die Köpfe und bedeuteten ihr, dass sie nicht mit ihr sprechen durften. Sie gab es auf und beschloss abzuwarten, was wohl noch passieren würde.
Die Frauen begleiteten sie zu einer anderen Hütte, in der eine riesige Tafel stand, die mit den besten Leckereien bedeckt war. Severina wurde sachte auf eine Bank geschoben und im nächsten Augenblick hatte sie einen gefüllten Teller und einen Becher mit perlendem Wein vor sich stehen. Sie griff zu, denn so langsam spürte sie wie hungrig sie war und genoss die fremden, aber hervorragend schmeckenden Speisen. Vom Wein wurde ihr nachgeschenkt und irgendwann schob sie den Teller mit einem zufriedenen Seufzen weg und lehnte sich zurück.
Sie hatte kaum Zeit das wohlige Gefühl zu genießen, denn einer der Begleiter von Rufus erschien und sagte: „Komm mit! Der Rat unseres Dorfes erwartet deine Geschichte zu hören.“ Langsam erhob sie sich und folgte ihm zu der großen Hütte, in die Rufus gegangen war. Der Begleiter ließ ihr den Vortritt und sie fand sich in einem großen, kreisrunden Raum wieder, der bis auf den letzten Platz mit Männern gefüllt war. Ein einzelner, leerer Stuhl stand dort und Rufus nickte ihr zustimmend zu, als sie darauf deutete und mit ihrem Blick allein fragte, ob sie sich setzen sollte.
„Wie bist du hier her auf diese Insel gekommen?“, sprach Rufus sie jetzt an und alle Augenpaare richteten sich auf sie. Mit leiser Stimme fing sie an zu erzählen…..von der Yacht, auf der sie mit Freunden im Urlaub gewesen war, von dem Feuer, das unten in der Bordküche ausgebrochen war und von dem unbeschreiblichen Tempo, in dem die Yacht angefangen hatte zu sinken. Eine Unruhe überkam sie von Satz zu Satz, deren Ursprung sie sich nicht erklären konnte, doch sie nahm immer mehr zu. Sie hatte auf einmal das Gefühl von einem einzigen besonderen Blick durchbohrt zu werden und ließ ihren Blick unauffällig, aber aufmerksam suchend über die Reihen der anwesenden Männer schweifen, während sie sich bemühte ruhig und deutlich weiter zu sprechen. Rufus stellte ihr gerade die Frage ob sie wüsste ob noch Andere überlebt hatten, als sie an einem Paar brauner Augen hängen blieb, das sie ganz besonders intensiv anschaute. Severina verlor sich in diesen Augen, die so warm, weich und wunderschön waren und vom Rest des Raumes verschwammen die Konturen. Sie hatte solche Augen noch niemals vorher gesehen und konnte ihren Blick nicht von ihnen abwenden. Ihre Hände wurden feucht und ein winziger Seufzer rutschte über ihre Lippen. In ihrem Magen fing es an zu kribbeln und die Züge ihrer bis dahin angespannten Miene wurden weich. Erst ein kräftiges Räuspern ließ sie wie aus weiter Ferne in die Realität zurückkehren, in der Rufus langsam ungeduldig wurde und ihre Antwort erwartete. „Bitte? Was hast du eben gefragt?“ „Ob noch Anderen das Unglück überlebt haben! Und ich verlange von dir, dass du mich anschaust, denn ich bin das Oberhaupt hier und nur ich habe das Recht dir Fragen zu stellen und nur mir bist du eine Antwort schuldig! Hast du das verstanden?“ „Jetzt halt aber mal die Luft an!“, wetterte Severina los. „Ich bin vielleicht eine Frau, aber sicher kein dummes Kind und ich spreche wann auch immer, mit wem ich will und nicht wie du…“ Weiter kam sie nicht, denn Rufus war von seinem Platz aufgesprungen, hatte seine Hand fest um ihr Kinn gelegt und bog ihren Kopf fast brutal in den Nacken. „SCHWEIG! Und beantworte meine Frage! Etwas anderes steht dir hier nicht zu!“ Severina spürte seinen Griff, der sich in ihr Fleisch krallte, wie der eines Raubtieres, das seine Beute festhielt um sie zu töten. „Nein, außer mir hat keiner der Anderen überlebt. Ich habe keinen von ihnen noch gesehen.“ Der Griff um ihr Kinn lockerte sich, bevor Rufus sie endlich ganz los ließ. „Gut! Dann ist deine Befragung für´s Erste beendet. Du kannst gehen.“ Zitternd wie Espenlaub stand Severina auf, wandte sich dem Ausgang der Hütte zu und stolperte darauf zu. Im Hinausgehen bemerkte sie den leeren Stuhl, auf dem der Mann mit den wahnsinnigen, braunen Augen gesessen hatte….
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