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AW: Abenteuer auf Darkspank Manor
Als Leonore später den Speisesaal betrat, gründlichst rasiert mit glühenden Hinterbacken, fragte sie sich, was wohl Klothilde und Amalie durchmachen mussten. Die beiden saßen schon erwartungsfreudig am Tisch, lächelten ihr zu und als wäre nichts gewesen: „Na da bist du ja endlich! Hast aber lange gebraucht mit den paar Zimmern. Während du kaum einen Flügel geschafft hast, haben wir die komplette obere Etage und den anderen Flügel geputzt und sogar schon begonnen mit der Bibliothek und dem Wintergarten. Was ist los mit dir? Du siehst geschafft aus, bist du krank?“ Klothilde fasste Leonore an die Stirn, die Hand wurde widerwillig weggewischt. „Ihr wurdet nicht aufgesucht oder kontrolliert? Keine widerwärtigen Bestrafungen? Keine sexuellen Übergriffe?“ Leonores Stimme versagte fast, so sauer und entsetzt war sie. Nicht dass sie das ihren Freundinnen gegönnt hätte, aber sie war schon immer für Gerechtigkeit und es wurmte sie, dass nur sie allein behelligt wurde.
Die Tür ging auf und herein kamen George, Connor, Martin und der Butler, der auch sogleich den Vorhang auf der rechten Seite des Saales beiseite zog und ein riesiges Buffet freilegte.
„Es ist angerichtet, Sirs!“ säuselte er dahin, dabei bemüht, jeglichen Blickkontakt zum nackten Dienstpersonal zu meiden. Dann verbeugte er sich und verließ den Saal.
„Na los, meine Damen, langt zu!“ munterte Martin die Drei auf. Er lächelte und war wie immer guter Dinge. Schien wohl der harmlose Kasper der Familie zu sein, dachte Leonore giftig. Sie stand auf und marschierte schnurstracks zur Futterbar, denn sie hatte riesigen Hunger, der ihr schon in den Eingeweiden fraß. Die anderen beiden saßen verschüchtert und schamhaft auf den Plätzen, sahen verplüfft Leonores wackelnden und knallroten Hinterbacken nach und verstanden die Welt nicht mehr. Sie flüsterten sich gegenseitig ins Ohr: „Hast du den Striemen gesehen?“ – „Ob die DAS mit Bestrafung meinen?“ – „Was war da los?“ – „Wieso schämt sie sich nicht?“ – „Und wo sind ihre Schamhaare abgeblieben?“
Die beiden waren so vertieft, dass sie nicht merkten, wie George sie anstarrte. Erst als er die Gabel fallen ließ und losbrüllte, zuckten sie zusammen.
„Was soll das Geschnatter? Seht zu, dass ihr euch Essen holt und dann weiter mit der Arbeit! Ich mach euch Beine, wenn das nicht zackiger geht!“
Wie ertappte Schulmädchen schoben sie die Stühle zurück und tippelten zum Buffet rüber, nicht ohne sich die Hände vor Scham und Brüste zu halten. Leonore dagegen stakste mit ihrem gefüllten Teller in aller Seelenruhe an den hinter ihr herglotzenden Freundinnen vorbei, setzte sich ungeniert an den Tisch, zog dabei scharf die Luft ein, rutschte etwas hin und her, verzog schmerzhaft das Gesicht und begann schließlich zu essen.
Martin meldete sich zu Wort: „Na da habt ihr zwei ja ganze Arbeit geleistet, die erste ist gezähmt. Wie schön, dann hab ich keinen Ärger mehr.“ Dabei lächelte er wieder froh und heiter aus der Wäsche als hätte ihm jemand gesagt, draußen schiene die Sonne. Leonore wollte sich gerade ein Stück weißes Brot in den Mund schieben, hielt aber inne. Sie konnte nicht glauben, was sie da eben gehört hatte. Martin erschien ihr von allen immer der erträglichste zu sein, zumindest war der nicht so griesgrämig wie George oder so unheimlich wie Connor, aber nach diesen Worten war sie satt, warf das Brot wieder auf den Teller, stand auf und wollte den Saal verlassen. Da erscholl wieder das bekannte furchteinflößende Brüllen seitens Georges: „Du verlässt den Saal nicht ohne die anderen! Du verlässt den Saal auch nicht, ohne dich zu bedanken! Und wie der Dank auszusehen hat, wirst du erfahren, wenn die anderen beiden Hühner endlich fertig sind mit dem Herumgestochere im Essen!“
Zähneknirschend drehte sich Leonore wieder um und ließ sich wütend auf ihren Stuhl fallen…mit einem plötzlichen Aufschrei war sie allerdings ganz schnell wieder oben und setzte sich ein zweites Mal hin, diesmal langsamer und sanfter und mit einem Gesicht, als hätte sie Zitronen gegessen.
Die anderen beiden sahen die ganze Zeit sprachlos diesem Schauspiel zu und schüttelten ab und zu die Köpfe. Bis Leonore der Geduldsfaden riss, sie sich zu den beiden Mädels wandte und sie anfauchte: „Ihr werdet schon noch euer blaues Wunder erleben!“
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